MO(NU)MENT MAL! – Kultur ist Gewinn

Die historische Obermühle in Bad Düben.

Historische Sehenswürdigkeit und funktionsfähige Windmühle zugleich: Die Bockwindmühle in Bad Düben.

MO(NU)MENT MAL! – Kultur ist Gewinn – ist ein Modellprojekt, das von der Evangelischen Schulstiftung in der EKD verantwortet und vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wird. Das Projekt wird in ländliche Schulnetzwerke regional und überregional eingespielt, um eine zukunftsgerichtete Denkweise zu platzieren. Hierbei sind Identitätsstärkung und Handlungserfahrung die zentralen Parameter, einer kulturellen Verödung und Abwanderung von jungen Menschen im ländlichen Raum entgegen zu wirken. Mit dem Anspruch “Kultur ist Gewinn” suchen Schüler und Schülerinnen des Evangelischen Schulzentrums in Bad Düben Zugänge, um ihr Kulturerbe für die Nachwelt zu bewahren und mit innovativen Ideen neu zu erobern. Sie entwickeln Geschäftsideen, die das regionale Bewusstsein für die Kultur „vor der Haustür“ stärken und eine Wiederentdeckung der eigenen Kulturschätze auslösen. Das Modellprojekt wird verantwortet von der Evangelischen Schulstiftung in der EKD und gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Probleme kultureller Verödung und Abwanderung einer Region

Fachwerkhäuser mit Wassermühle in Bad Düben.

Die Obermühle in Bad Düben ist nicht nur eine Sehenswürdigkeit, sondern sie kann auch für Veranstaltung genutzt werden.

Schulen eignen sich besonders, zukunftsorientierte Denkweisen und neue Ideen zu entwickeln und an zukünftige Generationen weiterzugeben. Daher wurde das Projekt im Evangelischen Schulzentrum Bad Düben in den Unterricht des ökonomischen und ökologischen Profils integriert und umgesetzt. Projektteilnehmer wurden damit die Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klasse, die sich in dieses Profil eingewählt haben. Derzeit besteht die Gruppe aus mehr als 30 Schülern. Die Region Nordsachsen, in der sich das Schulzentrum befindet, ist von einer Entvölkerung ländlicher Räume überproportional betroffen. Die damit einhergehenden Problemstellungen wie z.B. der Arbeitskräftemangel oder die Abwanderung von Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen und kulturellen Angeboten tragen weiter zu einer Verschlechterung der Attraktivität und Vitalität der gesamten Region bei. Eben diese Negativspirale sollen die Schülerinnen und Schüler mit dem Modellprojekt lernen zu durchbrechen und zu überwinden. Ein fundiertes Wissen um die Probleme dieser Region sowie eine starke Heimatverbundenheit hat auch Projektleiter Udo Reiss: “Mir liegen die Region Bad Düben und und vor allem die Menschen, die hier leben, sehr am Herzen. Aus diesem Grund möchte ich mit dem Projekt MO(NU)MENT MAL! einen starken Beitrag dazu leisten, dass die junge Generation die Potentiale unserer Region bewusst wahrnimmt sowie die Möglichkeiten, die sich daraus erschließen, zu schätzen lernt.”

Vom Entdecken der kulturellen Highlights…

MO(NU)MENTMAL Tagesexkursion mit den Schülern.

Bei einer Exkursion erkundeten die Schüler touristische Hotspots der Region.

Im ersten Schritt des Projekte wird den Schülern die Bedeutung des kulturellen Erbes der Region vermittelt und somit eine positive Identifikation mit der Heimatregion geschaffen. Dabei erkunden die Schüler die kulturellen Potentiale und Hotspots der Region und vernetzen sich mit kulturellen Akteuren und touristischen Anbietern sowie deren Angeboten. In diesem Zusammenhang wird den Schülern Wissen über die kulturellen Highlights der Region mit dem Ziel vermittelt, dieses Wissen z.B. als “Kulturlotse” an andere weiterzugeben. Anschließend erarbeiten die Schüler Geschäftsideen, mit denen Schülerfirmen das kulturelle Erbe für alle Generationen interessant und zugänglich machen können. Damit wird die Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit der Schülerinnen und Schüler erhöht. 

…bis zur Gründung eigener Schülerfirmen

Die Köppe-Buchen als Sehenswürdigkeit in der Region Bad Düben.

Die Skulpturenwiese soll künftig als eine der Sehenswürdigkeit der Region von einer Schülerfirma vermarktet werden.

Daneben werden vertiefend wirtschaftspraktische Kompetenzen erworben – mit dem Ziel, diese im Rahmen der Schülerfirmen praktisch anwenden zu können. Die Schülerinnen und Schüler erhalten somit die Gelegenheit, sich tiefgehend mit den vor Ort befindlichen kulturellen Werten und Rahmenbedingungen bis hin zur Entwicklung von Geschäftsmodellen zur „Vermarktung“ der regionalen Stärken und Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Das Projekt ermutigt die Jugendlichen in der Gründung, dem Aufbau und der Etablierung von Schülerfirmen. Dabei spielt die Etablierung von Werten und Normen für den Geschäftsbetrieb eine besondere Rolle: Ziel ist es, den Betrieb der Schülerfirmen über die Gründergeneration hinaus sicherzustellen. Eine ständige Reflexion über Wirksamkeit und Erfolg der Schülerfirmen wird dabei zu Erkenntnissen und Erfahrungen führen, die es ermöglichen, die Projektergebnisse aus Bad Düben auch auf andere Regionen und Schulstandorte zu übertragen.

Höhepunkt des Projektes ist ein Fachtag zum Thema Schülerfirmen am 20. und 21. Mai 2021 in Bad Düben. Das Programm inklusive Anmeldemöglichkeit wird durch die Evangelische Schulstiftung in der EKD im Januar 2021 bekannt gegeben.