Was passiert, wenn kreative Förderung plötzlich echte Teilhabe ermöglicht? An der Benjamin-Schule Remplin zeigt Helena*, wie künstlerische Angebote Selbstvertrauen stärken und soziale Integration fördern – dank gezielter Stipendien für Hilfsmittel.
Ein Förderprogramm, das Chancen eröffnet
Manchmal droht Inklusion an alltäglichen oder scheinbar kleinen Dingen zu scheitern. Helena* fehlt Material für eine besondere musisch-künstlerische Herausforderung. Selim* fehlen technische Hilfsmittel, um als nichtsprechende Schülerin gemeinsam mit ihren Freunden am Unterricht teilnehmen zu können. Und Jan* kann aufgrund seiner Mobilitätseinschränkung nicht an Exkursionen und Ausflügen teilnehmen. Für diese Fälle gibt es unser Förderprogramm „Teilhabe ermöglichen – Stipendien für Hilfsmittel“. Gemeinsam mit der Barbara-Schadeberg-Stiftung haben wir Schüler*innenstipendien zur gezielten Förderung einzelner Kinder und Jugendlicher vergeben. Für 1-3 Jahre konnten Stipendienmittel von bis zu 400 Euro pro Jahr beantragt werden. Zum Beispiel für Kreativangebote für Helena, um ihre künstlerischen Stärken wachsen zu lassen.
Potenziale sichtbar machen
Die zehnjährige Helena ist Schülerin der Benjamin-Schule Remplin. Es fällt ihr noch schwer, sich in emotionalen und sozialen Konflikten oder in herausfordernden Situationen adäquat und altersgerecht zu verhalten. Oft wird sie im Tonfall schnell laut. Oder körperlich aggressiv. Oder sie läuft aus Überforderung aus dem Raum. Das alles ist für ihre soziale Einbindung in die Klassengemeinschaft wenig förderlich.
Helena hat aber eine große Stärke: ihre Kreativität und ihre künstlerische Begabung. Warum die Schülerin also nicht mithilfe von individuellen Kreativangeboten fördern? In dem Prozess, eine neue Technik auszuprobieren, gelangen Kinder häufig an den Punkt, an dem ihre Idee zu einem neuen Werk mit der Schwierigkeit der Herstellung kollidiert. Sie brauchen also eine gewisse Frustrationstoleranz, um kreativ zu arbeiten, Techniken zu erproben und Dinge herzustellen. Gleichzeitig entstehen Kunstwerke, auf die die Schülerin stolz sein kann.
Mit kreativer Förderung zu mehr Gemeinschaft
Mithilfe unserer Förderung „Stipendien für Hilfsmittel“ konnte die Benjamin-Schule Materialien anschaffen, die es der Schule ermöglichen, nun wöchentlich mit Helena kreativ zu arbeiten. Töpfern, drucken, aquarellieren, jahreszeitliches Basteln oder spielerisch-künstlerische Übungen: Helena wächst mit ihren Herausforderungen und bekommt die Möglichkeit, sich auszuprobieren und tolle Kunstwerke zu erschaffen. Mittlerweile arbeitet Helena mit einer weiteren Schülerin mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung zusammen. Ein Gewinn für alle – denn die Mädchen konnten in diesem kleinen, sicheren Rahmen ihre künstlerischen Talente entfalten, Selbstsicherheit gewinnen, mit Scheitern umgehen lernen und ihre Emotionen immer besser steuern. Diese Kompetenz zeigt sich auch in der Interaktion mit den Mitschüler*innen und fördert das Zusammenleben.
*Name von der Redaktion geändert
