Das Thema der diesjährigen Ausschreibung "Sichtbar evangelisch" lautet Lernen mit Unternehmergeist: inklusiv, verantwortlich und lebensnah.

Sichtbar evangelisch 2021

Die Evangelische Schulstiftung in der EKD (ESS) schreibt zum 5. Mal ihr beliebtes Förderprogramm “Sichtbar evangelisch 2021” aus. Das Thema der diesjährigen Ausschreibung lautet Lernen mit Unternehmergeist: inklusiv, verantwortlich und lebensnah. Die Stiftung sucht erfolgreiche Schülerfirmen oder vergleichbare Formate, die Vielfalt und Inklusion gezielt mitdenken und befördern wollen. In einem Interview beleuchtet Dr. Annerose Fromke, Geschäftsführerin der ESS in der EKD, die “Erfolgsgeschichte”, die hinter dem Format “Sichtbar evangelisch” steckt.

Alltag schulischen Lebens

Mal Hand aufs Herz: Wie sieht der Alltag in Schulen aus? Vielfach prägen eine Fülle an Unterrichtsstoff, tradierte Abläufe oder Ressourcenknappheit das schulische Leben. Der Bildungsbegriff kann hierbei oft nur verkürzt gedacht werden und beschränkt sich vielfach auf die Inhalte der Kernlehrpläne. Umfassendes, realitätsnahes und nachhaltiges Lernen braucht jedoch einen kreativen und abwechslungsreichen Rahmen. Je bunter sich Lernsettings präsentieren oder Lernorte variieren, desto besser!

Schülerfirmen als bewährte Modelle

Realitätsbezogen, lebensnah und absolut praktisch: Das sind die typischen Charakteristika von Schülerfirmen.

Eigentlich müssten Bildungswege so gestaltet sein, dass jeder/jede Schüler*in mindestens einmal eine Schülerfirma durchläuft.

Realitätsbezogen, lebensnah und absolut praktisch: Das sind die typischen Charakteristika von Schülerfirmen. Sie sind seit mittlerweile Jahrzehnten bewährte Modelle, um Schulkontexte verantwortungsvoll zu bereichern und der Schülerschaft ganz neue und praxisnahe Lernwege abseits des Kernlehrplans zu eröffnen. Diese wirken als “versteckter Unterricht” oft nachhaltiger und eindrucksvoller auf die Schülerinnen und Schüler. Sie lernen in und mit einer Schülerfirma für das Leben. Darüber hinaus liegt in Schülerfirmen die große Chance, unterschiedliche Potentiale und vielfältige Begabungen in einen gemeinsamen Erfolg zu verwandeln. Komplexes Denken und gemeinschaftliches Handeln werden gestärkt.

Schwerpunkte der Ausschreibung

Die Evangelische Schulstiftung in der EKD sucht mit ihrer diesjährigen Ausschreibung “Sichtbar evangelisch 2021” Schülerfirmen oder vergleichbare Formate, die insbesondere die Themen Vielfalt und Inklusion gezielt angehen und befördern. Evangelische Schulen sind ganzheitliche Bildungsstätten. Dort, wo sich Schulen öffnen und das allseits verfügbare Grundangebot von Aufbewahrung und Ausbildung verlassen, werden sie wertvoll und besonders. Mithilfe von Schülerfirmen schaffen Schulen vielfältige Lernarrangements und machen Lernende zu wertvollen Akteuren. “Schülerfirmen sind diesbezüglich eine sehr gute Möglichkeit, Lernen komplexer, verantwortlicher und vor allem sinnbezogen zu gestalten. Eigentlich müssten Bildungswege so gestaltet sein, dass jeder/jede Schüler*in mindestens einmal eine Schülerfirma durchläuft”, so Annerose Fromke, pädagogische Geschäftsführerin der ESS in der EKD.

Die Prämierung

Die Prämierung des Förderprogramms staffelt sich in:

  • 3.000 € für den 1. Preis
  • 2.500 € für den 2. Preis
  • und 2.000 € für den 3. Preis

In einem kleinen, feierlichen Rahmen findet sie live am 29. September 2021 am Vorabend des Bundeskongresses Evangelische Schule (BUKO) in Dresden statt. Gleichzeitig wird sie für alle Teilnehmenden als hybrides Format umgesetzt.

Unser Tipp: Ab dem Frühjahr 2021 wird das Förderprogramm eine eigene Homepage unter www.sichtbar-evangelisch.de erhalten. Hier erhalten Sie gebündelt und auf einen Blick alle Informationen zu den Ausschreibungen und Prämierungen.

“Sichtbar evangelisch” – eine Erfolgsgeschichte

Dr. Annerose Fromke

Dr. Annerose Fromke ist Initiatorin von “Sichtbar evangelisch” und begleitet das Programm seit 2016 sehr eng.

Das Förderprogramm “Sichtbar evangelisch” wurde 2016 von der Evangelischen Schulstiftung in der EKD ins Leben gerufen und begeistert seitdem jedes Jahr mit einem neuen Thema. Das Programm lebt von dem durchweg positiven und dankbaren Feedback der teilnehmenden Schulen in evangelischer Trägerschaft und hat sich über die Jahre zu einem der Aushängeschilder der Stiftung entwickelt. Ein kurzes Interview zwischen Christina Flemming, Öffentlichkeitsarbeit der ESS in der EKD und Dr. Annerose Fromke, pädagogische Geschäftsführerin der ESS in der EKD beleuchtet die Hintergründe dieser Erfolgsgeschichte.

Was war 2016 die Motivation für das Format “Sichtbar evangelisch”?

Das ist ganz einfach: Evangelische Schulen sind kreativ und leisten sehr viel, ohne dass es bemerkt wird. Diese Leistung wollten wir an das Tageslicht befördern und vor allem würdigen.

Warum hat sich gerade dieses Förderprogramm zum Steckenpferd der Evangelischen Schulstiftung in der EKD entwickelt?

Schulen in evangelischer Trägerschaft sind nicht immer in Verbünden organisiert oder gar in größeren Trägerstiftungen angesiedelt, sondern häufig singulär unterwegs. Sie freuen sich, wenn sie über ihren Kirchenkreis hinaus gesehen und bemerkt werden – dies gibt enormen Auftrieb! Die Schulen dankten uns oft im Nachgang einer Prämierung sehr innig, dass wir als EKD-Ebene ihre enorme Arbeit sehen und würdigen. Es ist vor allem auch die Feierlichkeit des Förderprogramms, die alle Beteiligten anspricht, ergreift und berührt.

Wie wird die Zusammensetzung der jährlichen Jury ausgewählt?

Der Schulgarten der Evangelischen Grundschule Seelitz.

2018 wurde Artenvielfalt für die Jury groß geschrieben, damit bunte und nachhaltige Schulgärten entstehen konnten.

Die Jury für “Sichtbar evangelisch” setzt sich generell aus der Geschäftsführung der Evangelischen Schulstiftung in der EKD, Mitgliedern der Stiftungsgremien und Schulleitern zusammen. Darüber hinaus legen wir Wert auf theorie- und praxisnahe Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft, die den jeweiligen Themenschwerpunkt der Ausschreibung begleiten. Abgerundet wird die Jury durch eine mediale Expertise. In diesem Jahr freuen wir uns auf eine hochkarätige Jury, der zum Beispiel Prof. Dr. Stefan Doose von der Fachhochschule Potsdam, Prof. Dr. Axel Plünnecke vom Institut der Deutschen Wirtschaft oder Zuhal Mössinger-Soyhan, Moderatorin des Bayrischen Rundfunks angehören.

Und nach welchen Kriterien nimmt die Jury die Prämierungen der eingereichten Projekte vor?

Es gibt nur einige wenige sich wiederholende Kriterien, wie Schülernähe und deren Einbindung oder Partizipation. Ein Fokus liegt natürlich stets auf einer überzeugenden Einbettung in das evangelische Profil, das wir mit dieser Ausschreibungsreihe stärken und schärfen möchten. Ansonsten definieren wir die Kriterien in Abhängigkeit von dem jeweiligen Themenschwerpunkt immer neu. Bei der Ausschreibung “Sichtbar evangelisch 2018: Paradiesische Gärten” war das bedeutendste Kriterium beispielsweise die Artenvielfalt der Schulhöfe und -gärten.