Sonderförderung Inegration

Sonderförderung Integration

Die Evangelische Schulstiftung in der EKD widmet sich seit 2016 erfolgreich der Integration von Geflüchteten an evangelischen Schulen. Fragen, wie Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichten gut im Schulalltag integriert werden können, stehen dabei im Mittelpunkt. Schon 2017 fand hierzu der erste Fachtag unter dem Titel  „Ich bin ein Fremder gewesen“ statt. 10 durch die Schulstiftung geförderte Schulen stellten ihre ersten Ergebnisse und Erfahrungen vor. In der sich anschließenden 2-Jährigen Sonderförderung  „Integration im Schulalltag gestalten“ konnte die Evangelische Schulstiftung in der EKD 7 weitere Schulen begleiten. So konnten Schulentwicklungsprozesse unterstützt, fachliche Impulse gesetzt und die Schulen miteinander vernetzt werden. Für den Prozess ausgewählt wurden: die Johannes-Löh-Gesamtschule, das Evangelische Gymnasium Nordhorn, das Montessori Schulhaus Freiburg, das Evangelische Schulzentrum Leipzig, das Diakonische Werk Bamberg, das Evangelische Schulzentrum Michelbach und das CVJM Kolleg Kassel.

Integration im Schulalltag gestalten

Sonderförderung Integration der Evangelischen Schulstiftung in der EKD.

Zentrale Frage der Sonderförderung: Wie können Schüler*innen mit Migrationshintergrund bestmöglich in den Schulalltag integriert werden?

2018 startete mit zusätzlichen EKD-MItteln das fast 500.000 Euro umfassende Sonderförderungsprogramm “Integration im Schulalltag gestalten“. Insgesamt konnten 7 Schulen in dieser Förderung aufgenommen werden. Schulen, die sich mit Leib und Seele der Integration verschrieben hatten. Der Auftakt des Programms begann 2018 in Kassel. Auf der Abschlusstagung im Januar 2019 wurde nun für das Sonderförderprogramm ein erstes Fazit gezogen: Die Förderung Integration wird sowohl von den teilnehmenden Schulen als auch von der Evangelischen Schulstiftung in der EKD sehr positiv bewertet. Es gelang trotz wechselnder politischer Bedingungen, die Schulen finanziell und inhaltlich mit viel Erfolg zu fördern. Und auch, sie in ihrer Kompetenz weiterzuentwickeln. Großes Lob von den Schulen bekamen die Vernetzungsveranstaltungen der Evangelischen Schulstiftung in der EKD. Aber auch die Betreuung in der Geschäftsstelle und die zusätzlichen fachlichen Impulse wurden gelobt. „Durch den Vortrag zur Muttersprache ist mir aufgegangen, wie viel hier noch brach liegt “, so Peter Aichelin vom Evangelischen Schulzentrum Michelbach,  „Auch wir haben trotz Personal mit eigener Migrationsgeschichte die notwendige interkulturelle Kompetenz erst nach und nach aufgebaut “. Die ersten Kinder und Jugendlichen haben mittlerweile Abschlüsse, konnten in Regelklassen wechseln oder haben einen Berufseinstieg geschafft. Der Ruf der Schulen für ihre Integrationsleistung ist oft über die Landkreisgrenzen bekannt geworden. Auch viele Eltern mit Migrationsgeschichte melden trotz längerer Fahrtwege ihre Kinder an den evangelischen Schulen an.

Schulen führen Maßnahmen fort

Schüler mit Migrationshintergrund des Evangelischen Gymnasiums Nordhorn.

Das Evangelische Gymnasium Nordhorn hat das Ziel eine “Schule ohne Rassismus” zu sein.

Dennoch wurde deutlich, dass es mit 2 Jahren Integrationsförderung nicht getan ist. Den Schulen fehlt es an Finanzen, um kontinuierlich den hohen Standard an Deutsch-als-Zweitsprache-Unterricht und sozialpädagogischer Begleitung zu halten. Und das, obwohl die Konzepte mittlerweile ausgefeilter sind und vielfältige Erfahrungen vorliegen. Alle Schulen machen weiter. Sowohl die in dem ersten Förderprogramm „Ich bin ein Fremder gewesen“ prämierten. Als auch die in der sich anschließenden Sonderförderung  „Integration im Schulalltag gestalten“ unterstützten. So sind auch über die Projektlaufzeit hinaus neue Schwerpunkte entstanden. Zum Beispiel gibt es in Michelsbach ein Schreibprojekt für Geflüchtete. Und am Evangelischen Gymnasium Nordhorn gewann die Selbstverpflichtung „Schule ohne Rassismus“ durch einen Schüleraustausch mit Israel neuen Schwung.

Integration macht Arbeit – und das ist auch gut so

Innerhalb der Evangelischen Schulstiftung in der EKD wird sich der Förderschwerpunkt in den nächsten Jahren auf die weitere Ausgestaltung der Inklusion verschieben. „Es ist uns vorerst nicht gelungen, für die Integration Fördergelder einzuwerben“, so Annerose Fromke, Pädagogische Geschäftsführerin der Evangelischen Schulstiftung in der EKD,  „2016 hat uns die EKD stark unterstützt und Förderungen ermöglicht“. Dennoch bleibt die Förderung von Integration ein Bestandteil der Stiftungsphilosophie der Evangelischen Schulstiftung in der EKD. Genau wie die Vision, evangelische Schulen sollen Schulen der Vielfalt, ohne Rassismus und Diskriminierung sein. Auf kleineren Fachtagen kommt das Thema Integration in evangelischen Schulen immer wieder in den Fokus. Etwa auf dem Fachtag im November 2019 in Hannover oder dem Deutschen Schulleiterkongress im November 2020.